Lehre

S1: Ambitionen im Entrepreneurship

Gründer sind die Architekten der Struktur und Strategie ihres Startups (Nelson, 2003; Robbins & Judge, 2013). Wenn Personen die Entscheidung treffen, ein Startup zu gründen, sind ihre Ambitionen der bedeutendste Faktor für ihren Erfolg (Johnson, 2018; Stephan et al., 2015). Die Forschung zeigt, dass Ambitionen das Entrepreneurship antreibt und gleichzeitig aufrechterhält (Sims & Chinta, 2010). Unternehmen performen nachweislich besonders in der Anfangsphase besser, wenn Gründer mit Ambitionen das Unternehmen führen (De Zoysa & Herath, 2007). Ambitionen sind aber auch späteren Phasen eines Unternehmens entscheidend (Bosma & Schutjens, 2009). Damit Personen ihre Ziele erreichen, wird von Personen mit Ambitionen erwartet, dass sie über einen längeren Zeitraum hart arbeiten und sich bemühen, beruflich und persönlich voranzukommen und erfolgreich zu sein (Boswell & Olson-Buchanan, 2007). Als eine Art Belohnungserwartung können Ambitionen die Erwartung hervorrufen, im Beruf oder im Unternehmen voranzukommen (Desrochers & Dahir, 2000). Ehrgeizige Menschen arbeiten härter, intelligenter und sogar länger (Katz & Peters, 2001). Wenn sie ihr Unternehmen gründen, sind sie aufgrund ihrer zusätzlichen Arbeit in der Lage, ihr Startup besser zu verstehen und zu überwachen (Katz & Peters, 2001).

In diesem Kontext existieren verschiedene Ambitionen. Beispiele für Ambitionen aus der Gründerperspektive sind Wachstumsambitionen (Galloway & Mochrie, 2006; Stephan et al., 2015), Exit- bzw. Eigentumsambitionen (Lindblom et al., 2020; Zahra, 2010) sowie die Einstellung zu anderen Markteilnehmern (Kooperations- sowie Konkurrenzambitionen) (Dew et al., 2009). Es existieren Ambitionen zur Nachhaltigkeit wie zum Beispiel zu ökonomischen und gesellschaftlichen Werten sowie zu langfristigem und kurzfristigem Überleben. Zudem wird die Zukunftsgestaltung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und als gestaltbar oder vorhersagbar wahrgenommen. Entscheidungen werden auf Grundlage von erwarteten Einnahmen oder akzeptablen Verlusten getroffen (Dew et al., 2009). Doch welche Ambitionen haben Gründer darüber hinaus? Die Ambitionen und Ziele von Investoren sind ebenfalls bedeutend. Ein Exit und die Maximierung der Rendite sind beispielsweise für Investoren wesentliche Ziele und Bestandteile ihres Investitionsprozesses (Collewaert, 2012; Mason, 2006).

In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit bedeutenden Fragen rund um das Thema Ambitionen im Entrepreneurship. Es stellt sich die Frage, welche Ambitionen im Entrepreneurship existieren, wie diese beeinflusst werden und welchen Einfluss diese beispielsweise auf den Erfolg eines Unternehmens haben. Durch literaturbasierte Seminararbeiten werden dabei insbesondere die Einflussfaktoren, Konsequenzen und Zusammenhänge ergründet.

Mögliche Fragestellungen lauten:

  • Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse liegen über Ambitionen im Entrepreneurship vor und welche Forschungslücken gibt es?
  • Welche Ambitionen existieren?
  • Welchen Einfluss haben Ambitionen auf den Erfolg eines Startups?

Zur Einarbeitung in die Seminarthemen wird das Lesen und Aufbereiten deutscher und englischer Fachliteratur erwartet. Englischsprachige Seminararbeiten und Präsentationen sind ebenfalls möglich.

Allgemeine Informationen

  • Fach-/Hauptseminar für die Bachelor- und Masterstudiengänge BWL und WiInf
  • Betreuerin: Anna Pröpper, M. Sc.
  • Die Einführungsveranstaltung findet am Donnerstag, den 14.04.2022 von 10.00 bis 12:00 Uhr per Zoom-Videokonferenz statt.
  • Die Themenvergabe wird in der Einführungsveranstaltung besprochen.
  • Die Teilnehmeranzahl ist auf 10 Teilnehmer/innen begrenzt.
  • Präsentationstermin: 23.06.2022. Der genaue Zeitslot und weitere Informationen werden den Teilnehmenden noch mitgeteilt.

Anmeldung

  • Bewerbung über die Website des Lehrstuhls bis Sonntag, den 03.04.2022 um 23:59 Uhr.
  • Zur Bewerbung bitte hier klicken: Bewerbungsformular (Link erreichbar während des Anmeldezeitraums)
  • Bitte benutzen Sie zur Anmeldung Ihre offizielle E-Mail-Adresse, die Sie von der Universität Duisburg-Essen bekommen haben (z. B. max.mustermann@stud.uni-due.de).
  • Vergabe der Seminarplätze bis spätestens 10.04.2022 per E-Mail an die Bewerbenden.
  • Eine „Themen-Reservierung“ vor der Kick-off-Veranstaltung ist nicht möglich.
  • Jeder Studierende darf sich nur für ein Seminar an unserem Lehrstuhl bewerben. Doppelbewerbungen für beide Seminare sind nicht zulässig.

Einstiegsliteratur

Bosma, N., & Schutjens, V. (2009). Determinants of early-stage entrepreneurial activity in European regions: distinguishing low and high ambition entrepreneurship. In D. Smallbone, H. Landström, & D. Jones-Evans (Eds.), Entrepreneurship and Growth in Local, Regional and National Economies: Frontiers in European Entrepreneurship Research (pp. 49–77).

Boswell, W. R., & Olson-Buchanan, J. B. (2007). The use of communication technologies after hours: The role of work attitudes and work-life conflict. Journal of Management, 33(4), 592–610. https://doi.org/10.1177/0149206307302552

Collewaert, V. (2012). Angel Investors’ and Entrepreneurs’ Intentions to Exit Their Ventures: A Conflict Perspective. Entrepreneurship: Theory and Practice, 36(4), 753–779. https://doi.org/10.1111/j.1540-6520.2011.00456.x

De Zoysa, A., & Herath, S. K. (2007). The impact of owner/managers’ mentality on financial performance of SMEs in Japan: An empirical investigation. Journal of Management Development, 26(7), 652–666. https://doi.org/10.1108/02621710710761289

Desrochers, S., & Dahir, V. (2000). Ambition as a motivational basis of organizational and professional commitment: Preliminary analysis of a proposed career advancement ambition scale. Perceptual and Motor Skills, 91(2), 563–570. https://doi.org/10.2466/pms.2000.91.2.563

Dew, N., Read, S., Sarasvathy, S. D., & Wiltbank, R. (2009). Effectual versus predictive logics in entrepreneurial decision-making: Differences between experts and novices. Journal of Business Venturing, 24(4), 287–309. https://doi.org/10.1016/j.jbusvent.2008.02.002

Galloway, L., & Mochrie, R. (2006). Entrepreneurial motivation, orientation and realization in rural economies. The International Journal of Entrepreneurship and Innovation, 7(3), 173–183. https://doi.org/10.5367/000000006778026617

Johnson, S., Freeman, M., & Madole, J. (2018). Mania risk and entrepreneurship: Overlapping personality traits. Academy of Management Perspectives, 32(2), 207–227. https://doi.org/10.5465/amp.2016.0165

Katz, J. A., & Peters, S. (2001). Understanding the entrepreneur in the growth process: A review and theory. International Journal of Entrepreneurship and Innovation Management, 1(3–4), 366–380. https://doi.org/10.1504/ijeim.2001.000462

Lindblom, A., Lindblom, T., & Wechtler, H. (2020). Dispositional optimism, entrepreneurial success and exit intentions: The mediating effects of life satisfaction. Journal of Business Research, 120(November 2019), 230–240. https://doi.org/10.1016/j.jbusres.2020.08.012

Mason, C. M. (2006). Informal Sources of Venture Finance. The Life Cycle of Entrepreneurial Ventures, 2(August 2005), 259–299. https://doi.org/10.1007/978-0-387-32313-8_10

Nelson, T. (2003). The persistence of founder influence: Management, ownership, and performance effects at initial public offering. Strategic Management Journal, 24(8), 707–724. https://doi.org/10.1002/smj.328

Robbins, S. P., & Judge, T. A. (2013). Organizational Behavoir (15th ed.). Pearson Education, Inc.

Stephan, U., Hart, M., Mickiewicz, T., & Drews, C.-C. (2015). Understanding motivations for entrepreneurship. 212, 1–109. https://www.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/408432/bis-15-132-understanding-motivations-for-entrepreneurship.pdf

Zahra, S. A. (2010). Organizational learning and entrepreneurship in family firms: Exploring the moderating effect of ownership and cohesion. Small Business Economics, 38(1), 51–65. https://doi.org/10.1007/s11187-010-9266-7